Heute erneut mit vielen Links zur Urheberrechtsdebatte. Das nimmt ja mittlerweile sehr skurrile Formen an, da die Fronten sehr verhärtet erscheinen sind und der eine den anderen nicht versteht bzw. überhaupt verstehen will. Die einen haben’s nicht kapiert oder schreiben dummes Zeugs oder verdrehen absichtlich die Wahrheit, während die anderen reagieren. Irgendwie haben alle recht und alle unrecht. Jetzt hat das Handelsblatt provoziert und die Blogosphäre reagiert. Spiegel, Zeit, Süddeutsche, Welt etc. halten sich derzeit noch mit eigenen Meinungen zurück und berichten nur als neutrale Beobachter.
Aktion
handelsblatt.com: Diverse: Über 160 Statements zum Urheberrecht
Mehr als 160 Vertreter aus Kunst, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben sich für die Aktion “Mein Kopf gehört mir” zu Wort gemeldet.
IMHO: Masse statt Klasse.
Re-Aktion
stefan-niggemeier.de: Stefan Niggemeier: Euren Kopf habt ihr längst verloren
Ich fürchte, die Auseinandersetzung mit all dem übersteigt selbst meinen Masochismus.
dirkvongehlen.de: Dirk von Gehlen: Vom Wissen der Wichser: zwei Thesen zur Urheberrechtsdebatte
Womit wir beim Thema wären: Wie lautet die Forderung der Piraten denn tatsächlich? Das kann man zum Beispiel in diesem PDF nachlesen – und nach der Lektüre bleibt die Frage: Warum hat das keiner der Kreativen, die sich um ihren Kopf sorgen, getan?
netzpolitik.org: Markus Beckedahl: “Mein Kopf gehört mir!”: Kampagnen”journalismus” vom Feinsten
…fällt eines auf: die meisten der Zitierten haben offensichtlich weder eine Ahnung vom Programm der Piratenpartei noch allzu viel gemein. Es geht nämlich den meisten zitierten Kreativen – nicht zitierten Geschäftsführern – nicht primär um das Urheberpersönlichkeitsrecht, sondern banal um die Brötchen.
scilogs.de: Anatol Stefanowitsch: Offener Brief an die Contentindustrie
Ihr habt in den letzten Wochen soviel Unfug von euch gegeben, dass es hundert offener Briefe bedürfte, um auch nur das Fundament für eine angemessene Antwort zu legen.
neunetz.com: Marcel Weiss: Unter den 100 Handelsblatt-”Kreativen” sind 47 Manager, nur 26 Kreativschaffende
Der Handelsblatt-Aufmacher sollte nicht zum nachdenken anregen, sondern zur Konterrevolution.
indiskretionehrensache.de: Thomas Knüwer: Das Handelsblatt schwurbelt durch die unreale Welt
Die bösen Piraten. Auf deren Wahlplakaten steht übrigens: “Vertrau keinem Plakat – informier Dich!” Das gleiche sei Lesern des “Handelsblatts” angeraten.
winfuture.de: Christian Kahle: Senf dazu: Die Angst vor den köpfenden Piraten
Die “Enteignung” der Urheber findet bei weitem nicht einzig in Tauschbörsen statt. In vielen Bereichen der Medienindustrie sind Total-Buyout-Verträge an der Tagesordnung. So erhalten Journalisten beispielsweise ein Honorar für einen Artikel, der in der Zeitung abgedruckt wird. Die Rechte für eine Zweitverwertung beispielsweise auf den Online-Portalen der Verlage müssen sie anschließend ebenfalls abtreten – natürlich ohne eine zusätzliche Entlohnung. Ähnliche Fälle gibt es ebenso in der Musikbranche, bei Autoren und beim Film.
piratenpad.de: 101 Piraten
Die Piraten wurden angegriffen und gehen schreibend zum “Gegenschlag” über. Bei Twitter über das Hashtag #101piraten zu verfolgen.