{"id":812,"date":"2012-06-09T09:49:40","date_gmt":"2012-06-09T07:49:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/?page_id=812"},"modified":"2020-10-27T07:05:02","modified_gmt":"2020-10-27T06:05:02","slug":"mailempfang-mit-fetchmail","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/?page_id=812","title":{"rendered":"Mailempfang mit Fetchmail"},"content":{"rendered":"<p><strong>Update:<\/strong> Ein j\u00fcngeres Tutorial samt postfix und dovecat befindet sich hier: <a href=\"\/?page_id=1390\">Mailserver mit Ubuntu&#8230;<\/a><\/p>\n<h2>Situation<\/h2>\n<p>Im lokalen Netzwerk l\u00e4uft ein Rechner mit Ubuntu 12.04 LTS, der \u00fcber einen DSL-Router ans Internet angeschlossen ist. Bei 1&amp;1 ist eine Dom\u00e4ne registriert.<\/p>\n<p>In den Beispielen verwende ich als Domain &#8222;example.com&#8220;. Wer die Schritte nachvollziehen m\u00f6chte, baue dort bitte seine eigene Domain ein. Und die verwendeten E-Mail-Adressen den eigenen Anforderungen anzupassen, versteht sich hoffentlich von selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Aufgabe<\/h2>\n<p>E-Mails f\u00fcr die Benutzer der Ubuntu-Kiste sollen per &#8222;fetchmail&#8220; vom 1&amp;1-POP3-Server eingesammelt und in die lokalen Postf\u00e4cher einsortiert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Ben\u00f6tigte Pakete<\/h2>\n<ul>\n<li>fetchmail<\/li>\n<li>fetchmailconf<\/li>\n<\/ul>\n<h2><\/h2>\n<h2>Umsetzung<\/h2>\n<ul>\n<li>Zum Testen verwende ich wieder die beiden E-Mail-Adressen michael.mustermann@example.com und michaela.musterfrau@example.com, die ich <a title=\"Mailversand mit Postfix\" href=\"\/?page_id=789\">hier bereits verwendet<\/a> habe.<\/li>\n<li>Erste Stolperstelle: Nach der Installation des fetchmail-Paketes existiert gar keine Konfigurationsdatei <strong>\/etc\/fetchmailrc<\/strong>, aber es liegt im Doc-Verzeichnis eine Beispieldatei, diese also erst einmal r\u00fcberkopieren, um sie als Vorlage verwenden zu k\u00f6nnen (ggf. &#8222;<strong>sudo updatedb; locate fetchmailrc<\/strong>&#8222;, um den Dateinamen zu ermitteln):<br \/>\n<strong>cp \/usr\/share\/doc\/fetchmail\/examples\/fetchmailrc.example \/etc\/fetchmailrc<\/strong><\/li>\n<li>Sogleich sollten wir die Benutzerrechte auf &#8222;nur lesbar f\u00fcr root&#8220; anpassen, da hier sp\u00e4ter die E-Mail-Passw\u00f6rter im Klartext zu lesen sein werden:<br \/>\n<strong>sudo chmod 600 \/etc\/fetchmailrc<\/strong><\/li>\n<li><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-main.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-823 alignright\" title=\"fetchmail-main\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-main.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-main.jpg 394w, https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-main-209x240.jpg 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>In die fetchmailrc sind gar nicht so viele und komplizierte Dinge einzutragen, damit alles funktioniert. Das wei\u00df man nat\u00fcrlich erst sp\u00e4ter, wenn alles funktioniert hat und man das Ergebnis sieht. Das gui-basierte Tool fetchmailconf (X sollte also laufen) kann dabei eine gro\u00dfe Hilfe sein, und ich habe diese Hilfe auch gerne in Anspruch genommen. Also erst einmal folgendes in die Tastatur tippern:<br \/>\n<strong>fetchmailconf<\/strong><\/li>\n<li>Das Tool ist weitgehend selbsterkl\u00e4rend, dennoch hier mal in aller Ausf\u00fchrlichkeit. Nach dem Start erscheint erst einmal das folgende Fenster. Hier klickt man erst einmal auf &#8222;Configure fetchmail&#8220;.<br \/>\nDie beiden anderen Schaltfl\u00e4chen ben\u00f6tigen wir erst sp\u00e4ter, wenn es darum geht, die Einstellungen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/li>\n<li>Im sich \u00f6ffnenden Fenster w\u00e4hlen wir erst einmal &#8222;Novice Configuration&#8220;.<\/li>\n<li><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-config.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-825 alignright\" title=\"fetchmail configurator\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-config.jpg\" alt=\"\" width=\"197\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-config.jpg 394w, https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-config-240x201.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><\/a>Als New Server ist &#8222;pop.1und1.de&#8220; hinzuzuf\u00fcgen. Dazu klicke man in das Feld neben &#8222;New Server&#8220;, gebe &#8222;pop.1und1.de&#8220; und dr\u00fccke auf die Return-Taste. Wiederum \u00f6ffnet sich ein neues Fenster, in dem wir dann das zu verwendende Mail-Protokoll und die einzelnen Benutzer anlegen, bearbeiten und l\u00f6schen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Das Mail-Protokoll lassen wir erst einmal auf &#8222;auto&#8220; und klicken auf &#8222;Probe for supported protocols&#8220;. fetchmailconf ruft dann den Mailserver auf und versucht zu ermitteln, welche Protokolle zur Verf\u00fcgung stehen. Da ich die E-Mails per POP3 abrufen m\u00f6chte, habe ich dieses Protokoll schlie\u00dflich ausgew\u00e4hlt.<\/li>\n<li><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-server.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-826 alignright\" title=\"fetchmail novice configurator\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-server.jpg\" alt=\"\" width=\"116\" height=\"153\" srcset=\"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-server.jpg 231w, https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-server-181x240.jpg 181w\" sizes=\"auto, (max-width: 116px) 100vw, 116px\" \/><\/a>Um einen neuen Benutzer der fetchmail-Konfiguration hinzuzuf\u00fcgen, klicke man in das Feld neben &#8222;New User&#8220;, gebe die abzurufende E-Mail-Adresse samt Domain ein und dr\u00fccke RETURN. Ich beginne hier mit &#8222;michael.mustermann@example.com&#8220;.<\/li>\n<li>Erneut geht ein Fenster auf. Hier gebe man oben das POP3-Kennwort ein. Die Verwendung von SSL ignorieren wir. Wichtig ist jedoch die Zuordnung zu den Local Names. Die Mails unseres &#8222;michael.mustermann@example.com&#8220; sollen ja f\u00fcr den Ubuntu-Benutzer &#8222;mann&#8220; abgerufen werden. Zun\u00e4chst entfernen wir in der Liste unterhalb &#8222;New name&#8220; etwaige falsche Eintr\u00e4ge, indem wir sie einmal anklicken und auf &#8222;Delete&#8220; klicken. Anschlie\u00dfend wir in das Feld neben &#8222;New name&#8220;, geben &#8222;mann&#8220; ein und dr\u00fccken RETURN. Das war alles, wir klicken also oben links auf &#8222;OK&#8220;.<\/li>\n<li><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-user.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-827 alignright\" title=\"fetchmail host pop.1und1.de\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-user.jpg\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-user.jpg 271w, https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-user-210x240.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 136px) 100vw, 136px\" \/><\/a>Das ganze Spielchen wiederholen wir nun noch f\u00fcr unsere &#8222;michaela.musterfrau@example.com&#8220;, f\u00fcr die wir ja die E-Mails f\u00fcr ihren zugeh\u00f6rigen Ubuntu-Benutzer &#8222;frau&#8220; abholen m\u00f6chten. Auch hier wieder das POP3-Kennwort eingeben, unten die Zuordnung passend einstellen und anschlie\u00dfen mit &#8222;OK&#8220; verlassen.<\/li>\n<li>Alle noch offenen Fenster werden nun mit &#8222;OK&#8220; oder &#8222;Save&#8220; geschlossen, bis wir wieder beim ersten Fenster angekommen sind. Hier k\u00f6nnen wir nun auf &#8222;Run fetchmail&#8220; klicken und schauen, ob wir alles richtig gemacht haben. Es \u00f6ffnet sich ein Debug-Fenster, deren Ausgaben man kontrollieren sollte.<\/li>\n<li><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-password.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-828\" title=\"fetchmail user michael.mustermann@example.com\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-password.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-password.jpg 469w, https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-password-230x240.jpg 230w, https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/fetchmail-password-460x480.jpg 460w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a>Falls etwas nicht funktioniert, klicke man wieder auf &#8222;Configure fetchmail&#8220; und begebe sich an die Stellen, wo man ggf. einen falschen Server-Namen, das falsche E-Mail-Konto, das falsche Protokoll oder das falsche E-Mail-Kennwort eingegeben hat und l\u00e4sst fetchmail erneut loslaufen.<\/li>\n<li>Sobald alles funktioniert hat, beende man fetchmailconf mit einem simplen Klick auf &#8222;OK&#8220;.<\/li>\n<li>fetchmailconf sichert die Einstellungen, die man im GUI macht, in <strong>~\/.fetchmailrc<\/strong>. Wenn alles funktioniert hat, kann man die entscheidenden Zeilen einfach per Copy&amp;Paste in die \/etc\/fetchmailrc einf\u00fcgen.<\/li>\n<li>Nun noch &#8222;<strong>sudo vi \/etc\/default\/fetchmail<\/strong>&#8220; mit einer lockeren \u00c4nderung von &#8222;START_DAEMON=no&#8220; auf &#8222;START_DAEMON=yes&#8220; und ein geschmeidiges &#8222;:wq&#8220; fetchmail erlauben, als D\u00e4mon zu laufen.<\/li>\n<li>Zum Testen schicken wir den beiden Testbenutzern vorab erst einmal eine E-Mail, damit auch etwas im Postfach (bei 1&amp;1) vorhanden ist, wenn wir gleich fetchmail loslaufen lassen.<\/li>\n<li>Nun am besten noch eine Shell (ein Terminal) aufmachen und das Syslog verfolgen:<br \/>\n<strong>tail -f \/var\/log\/syslog<\/strong><\/li>\n<li>.. und den fetchmail-D\u00e4mon starten:<br \/>\n<strong>sudo \/etc\/init.d\/fetchmail start<\/strong><\/li>\n<li>Das war&#8217;s. fetchmail schaut jetzt alle $konfigurierten Minuten beim 1&amp;1-POP3-Server nach, holt die E-Mails ab, l\u00f6scht sie (sofern gew\u00fcnscht) auf dem POP3-Server, und sortiert sie in die lokalen Postf\u00e4cher ein.<\/li>\n<li>BTW: Die ganze Herumklickerei hat \u00fcbrigens dazu gef\u00fchrt, dass ich folgende drei Zeilen in meine fetchmailrc kopiert habe (das Passwort habe ich durch ein ? ersetzt). Weitere Benutzer kann man dann wohl auch direkt hinzuf\u00fcgen. \ud83d\ude09\n<pre>poll pop.1und1.de with proto POP3\r\n  user 'michael.mustermann@example.com' there with password '?' is 'mann' here\r\n  user 'michaela.musterfrau@example.com' there with password '?' is 'frau' here\r\n<\/pre>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Links<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/wiki.ubuntuusers.de\/Fetchmail\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/wiki.ubuntuusers.de\/Fetchmail<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.linux-community.de\/Internal\/Artikel\/Print-Artikel\/LinuxUser\/2001\/09\/Mailbox-leeren-via-fetchmail\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.linux-community.de\/Internal\/Artikel\/Print-Artikel\/LinuxUser\/2001\/09\/Mailbox-leeren-via-fetchmail<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Disclaimer<\/h2>\n<p>Bei mir l\u00e4uft&#8217;s. Bei wem es nicht l\u00e4uft oder wer sich etwas zerschie\u00dft oder wichtige E-Mails l\u00f6scht: selber schuld. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Update: Ein j\u00fcngeres Tutorial samt postfix und dovecat befindet sich hier: Mailserver mit Ubuntu&#8230; Situation Im lokalen Netzwerk l\u00e4uft ein Rechner mit Ubuntu 12.04 LTS, der \u00fcber einen DSL-Router ans Internet angeschlossen ist. Bei 1&amp;1 ist eine Dom\u00e4ne registriert. In den Beispielen verwende ich als Domain &#8222;example.com&#8220;. Wer die Schritte nachvollziehen m\u00f6chte, baue dort bitte <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/?page_id=812\">Weiterlesen\u00a0\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":785,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-812","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=812"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/812\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1920,"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/812\/revisions\/1920"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/785"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dirk-hagedorn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}